Pflege

Rheumatologie

Ein Behandlungsschwerpunkt im RehaKlinikum Bad Säckingen ist die Rheumatologie.

Es werden Patienten mit Erkrankungen des Immunsystems, insbesondere Autoimmunerkrankungen bzw. entzündlich-rheumatische Krankheiten behandelt. Betroffen sein können der Stütz- und Bewegungsapparat, somit Knochen, Gelenke, Muskeln und Sehnen aber insbesondere auch innere Organe. Unser Ziel ist die Einbeziehung der Diagnostik und Therapie von Folge-/Begleiterkrankungen auch auf internistisch-kardiologischem Gebiet.

Indikationsgruppen

In der Rehabilitation von rheumatologischen Erkrankungen treten unterschiedliche Indikationsgruppen auf:

  • Entzündlich-rheumatische Systemerkrankungen der Gelenk- und Wirbelsäule
  • Vaskulitiden
  • degenerative Gelenk- und Wirbelsäulenerkrankungen
  • „weichteilrheumatische“ Erkrankungen entzündlicher und nicht-entzündlicher Genese
  • Autoimmunerkrankungen bzw. Autoinflammatorisch
Häufige Erkrankungen
  • Chronische Polyarthritis (rheumatoide Arthritis)
  • Psoriasisarthritis (Schuppenflechte-assoziierte Arthropathie)
  • Axiale Spondylarthropathien, u.a. Spondylitis ankylosans (Morbus Bechterew)
  • Polymyalgia rheumatica
  • Groß-/Kleingefäß-Vaskulitiden
  • Kollagenosen (Sklerodermie, Sjögren-Syndrom, Systemischer Lupus erythematodes)
  • Hyperurikämie/Gichtarthropathie
  • Polyarthrosen kleiner und großer Gelenke
  • Fibromyalgiesyndrom

Kennzeichnend für rheumatisch-entzündliche Erkrankungen sind Gelenk- bzw. Weichteilschwellungen, Schmerzen, Überwärmung von Gelenken, körperliche Funktions- & Bewegungseinschränkungen, funktionelle innere Organbeteiligung sowie kardiovaskuläre Komorbiditäten.

Das Spezialgebiet des RehaKlinikums Bad Säckingen liegt hierbei auf der Behandlung von kardiovaskulären Komorbiditäten in Verbindung mit rheumatologischen Erkrankungen.

Zahlreiche Publikationen jüngerer Vergangenheit belegen, dass eine entzündlich-rheumatische Grunderkrankung einen unabhängigen kardiovaskulären Risikofaktor darstellt und im Klinik-/Praxisalltag besonderer Aufmerksamkeit bedarf.

Eine Untersuchung der MAYO-Arbeitsgruppe 2012 beobachtete innerhalb einer Dauer von 8,4 Jahren ein etwa um das zwei- bis vierfache gesteigertes kardiovaskuläres Risiko im Vergleich zur üblichen, alleinigen Anwendung des Framingham-Scores. Ziel der Behandlung rheumatologischer Patienten ist damit auch die Mitbeurteilung internistischer & kardiologischer Komorbiditäten, bzw. deren Abklärung (mittels Labor, EKG, Belastungs-EKG, Sonographie Abdomen bzw. Gelenke, Duplex-Sonographie der Gefäße, Echokardiographie, Röntgen-Diagnostik, Spirometrie, Schlaf-Apnoe-Screening) vor Eintreten eines Endorganschadens bzw. finalen Ereignisses (z.B. Myokardinfarkt, Schlaganfall, Tod).

Wichtige Rehabilitationsziele
  • Beseitigung oder Begrenzung von Funktionseinschränkungen und Funktionsverlusten am Bewegungsapparat (u.a. Anfertigung von Gelenkschienen)
  • Linderung und Bewältigung chronischer Schmerzzustände
  • Diagnostik kardiovaskulärer sowie internistischer Begleiterkrankungen
  • Vermittlung präventiver Verhaltensweisen (u.a. Ernährungs- & Diabetesberatung)

Insgesamt werden die Wiederherstellung der Erwerbsfähigkeit sowie die Teilhabe am sozialen Leben angestrebt.

Bei der Therapie der rheumatoiden Arthritis, der Psoriasisarthritis und des Morbus Bechterew wird am RehaKlinikum Bad Säckingen ein besonderes multimodales Konzept angewandt.

Die Besonderheit besteht in einem Gruppen-Behandlungsprogramm für Patienten mit o.g. entzündlich-rheumatischen Erkrankungen. Das RehaKlinikum Bad Säckingen blickt auf eine langjährige, klinische und wissenschaftliche Erfahrung zurück und wendet aktuelle, leitliniengerechte Behandlungsmaßstäbe an.

Das Therapiekonzept
  • balneo-physikalische Anwendungen
  • Bewegungstherapie
  • Krankengymnastik
  • Ergotherapie
  • medikamentöse Therapie
  • psychologische Betreuung
  • Ernährungs-/Gesundheitsberatung
  • Patientenschulungen
  • Reha-/Sozialberatung

Als Besonderheit gilt in diesem Zusammenhang die Möglichkeit der Anwendung der Ganzkörperkälte.

Für Patienten mit Sklerodermie, systemischem Lupus erythematodes und anderen Kollagenosen wird ein individuelles Therapiekonzept ausgearbeitet und angeboten. Hierbei werden Kenntnisse des Ausmaßes der Erkrankung und der damit verbundenen Funktionseinschränkungen beachtet.

Die Rheumatologie des RehaKlinikums Bad Säckingen ist Mitglied des Rheumazentrums Südbaden unter Federführung des UniversitätsKlinikums Freiburg.

Downloads

Rheuma- Risiko fürs Herz

Weiterführende Links

Webseite des Rheumazentrums Südbaden
www.uniklinik-freiburg.de

Deutsche Gesellschaft für Rheumatologie
www.dgrh.de

American College of Rheumatology
www.rheumatology.org

European League Against Rheumatism
www.eular.org

Schweizerische Gesellschaft für Rheumatologie
www.rheuma-net.ch

The British Society for Rheumatology
www.rheumatology.org.uk

Rheumatologie

Fibromyalgiesyndrom

Ein Behandlungsschwerpunkt im RehaKlinikum Bad Säckingen ist die Rheumatologie. Hierbei handelt es sich um einen Teilbereich der Inneren Medizin.

Im RehaKlinikum Bad Säckingen liegt hier der Schwerpunkt bei der Behandlung von Patienten mit der Diagnose „Fibromyalgiesyndrom“ (FMS).

Faser-Muskel-Schmerz

„Der Begriff Fibromyalgie bedeutet wörtlich übersetzt Faser-Muskel-Schmerz. Da darüber hinaus viele weitere Symtome auftreten (Konzentrationsstörungen, Erschöpfung, Schlafstörungen, vegetative Störugnen), wird der in der Leitlinie genannte Begriff „Fibromyalgiesyndrom“ (FMS) gewählt.
(AWMF, Stand 04/2012)

Manche Ärzte behaupten, dass es die Fibromyalgie bzw. ein Fibromyalgiesyndrom im Sinne einer Erkrankung „nicht gibt“. Diese Behauptung ist nicht korrekt. Die „Fibromyalgie“ ist in der internationalen Klassifikation der Krankheiten der Weltgesundheitsorganisation, im Kapitel Krankheiten des Muskel–Skelett–Systems und des Bindegewebes in dem Unterkapitel „Sonstige Krankheiten des Weichteilgewebes, anderorts nicht klassifiziert“ (M79.7), aufgeführt. Andere Ärzte/Psychotherapeuten behaupten, dass das FMS eine psychiatrische Krankheit sei. Diese pauschale Behauptung ist ebenfalls nicht korrekt. Richtig ist, dass bei FMS-Patienten häufig auch seelische Störungen, insbesondere Depressionen vorliegen.

FMS – Symptomatik

Die FMS – Symptomatik entwickelt sich bei manchen Patienten in zeitlichem Zusammenhang mit anhaltendem Stress (z. B. Arbeit, Familie). Das Vollbild des FMS führt zu einer deutlichen Beeinträchtigung der Funktionsfähigkeit im Alltag.

Wie häufig tritt Fibromyalgie auf?

In den westlichen Industrienationen ist ca. 3-4% der Bevölkerung von dieser chronischen Erkrankung betroffen. Die Mehrzahl der Betroffenen sind Frauen zwischen 40-60 Jahren. Es können aber auch jüngere Frauen, Männer jeden Alters, Kinder und Jugendliche am FMS erkranken.

Welche Symtome bestehen bei Fibromyalgie?

FMS - Betroffene berichten über chronische (mindestens 3 Monate bestehende) Schmerzen in mehreren Körperregionen (d.h. Nacken oder oberer oder mittlerer Rücken oder Kreuz und Brustkorb oder Bauch und mindestens einen Schmerzort in beiden Armen und beiden Beinen), Ein- und Durchschlafstörungen bzw. das Gefühl morgens nicht ausgeschlafen zu sein, Konzentrationsstörungen und vermehrte körperliche und geistige Erschöpfung.

Viele Betroffene geben weitere körperliche Beschwerden (Magen, Darm, Harnwege, Sehstörungen, Kau- bzw. Kiefergelenkschmerzen, Atmung, Herz), eine Reizüberempfindlichkeit (z. B. empfindliche Augen, Geräusch- und Geruchsempfindlichkeit) sowie seelische Beschwerden (z. B. Nervosität, innere Unruhe, Niedergeschlagenheit, Antriebsverlust) an.

Ursachen und Krankheitsmechanismen des FMS: Es gibt keine einzelne, nur für das FMS zutreffende Ursache. Das FMS ist wahrscheinlich eine „Endstrecke“ unterschiedlicher Krankheitsursachen und – mechanismen.

Forscher gehen davon aus, dass die Kombination einer Veranlagung mit verschiedenen biologischen, psychischen und sozialen Faktoren zum Bild eines FMS führt. Das FMS tritt gehäuft in Familien auf. Inwieweit Vererbung und inwieweit psychologische Faktoren (z. B. Lernmechanismen) zu dieser familiären Häufung führen, ist zurzeit nicht bekannt.

Folgende weitere Faktoren erhöhen die Wahrscheinlichkeit, dass es zu einem FMS kommt:

  • Rauchen, Übergewicht, mangelnde körperliche Aktivität
  • Körperliche Misshandlung in Kindheit und Erwachsenenalter
  • Sexueller Missbrauch in Kindheit und Erwachsenenalter
  • Stress am Arbeitsplatz

Negative Gedanken und Gefühle, die Betroffene in Zusammenhang mit körperlichen Beschwerden haben, depressive Störungen, ungünstige Verhaltensweisen (z. B. übertriebene körperliche Schonung) und unangemessene Reaktionen der Umwelt (z. B. mangelndes Verständnis für die Beschwerden oder übertriebene Entlastung der Betroffenen) können einen negativen Einfluss auf den Verlauf der Beschwerden haben.

Ein für das FMS typischer Krankheitsmechanismus ist nicht nachgewiesen. Bei FMS-Betroffenen lassen sich zahlreiche Unterschiede im Vergleich zu Gesunden nachweisen, z. B. der Schmerzverarbeitung im Gehirn oder der Stresshormonregulation. Es ist jedoch nicht nachgewiesen, ob diese Veränderungen Ursache oder Folge der FMS-Beschwerden sind und ob sie für das FMS spezifisch sind.

Fibromyalgie Diagnostik und Therapie

Weichteilrheumatische Erkrankungen sind durch eine große Heterogenität gekennzeichnet. Um zur Diagnose Fibromyalgiesyndrom zu gelangen, sind grundsätzlich wichtige Differentialdiagnosen zu beachten.

Bei der Therapie des Fibromyalgiesyndroms wird am RehaKlinikum Bad Säckingen ein besonderes multimodales Konzept angewandt. Die Besonderheit besteht in einem Gruppen-Behandlungsprogramm für Fibromyalgiesyndrom-Patienten, bei welchem das RehaKlinikum Bad Säckingen auf eine langjährige klinische und wissenschaftliche Erfahrung zurückblicken kann. Gleichfalls werden aktuelle, leitliniengerechte Behandlungsmaßstäbe angewendet.

Das Therapiekonzept verbindet folgende Inhalte:

  • balneo-physikalische Anwendungen
  • Bewegungstherapie
  • Krankengymnastik
  • Ergotherapie
  • medikamentöse Therapie
  • psychologische Betreuung
  • Ernährungs-/Gesundheitsberatung
  • Patientenschulungen
  • Reha-/Sozialberatung

Als Besonderheit gilt in diesem Zusammenhang die Möglichkeit der Anwendung der Ganzkörperkälte, von der -aufgrund unserer klinischen Erfahrung- ca. 70 % der FMS-Patienten deutlich profitieren.

Weitere Informationen zu Ganzkörper-Kältekammer

Weiterführende Links

Webseite des Rheumazentrums Südbaden
www.uniklinik-freiburg.de

Deutsche Gesellschaft für Rheumatologie
www.dgrh.de

American College of Rheumatology
www.rheumatology.org

European League Against Rheumatism
www.eular.org

Schweizerische Gesellschaft für Rheumatologie
www.rheuma-net.ch

The British Society for Rheumatology
www.rheumatology.org.uk

Fibromyalgie

Ihre Ansprechpartner

Dr. med. Daniel Schlittenhardt

Ärztlicher Direktor - Chefarzt Rheumatologie
Facharzt für Innere Medizin, Facharzt für Kardiologie,
Facharzt für Rheumatologie, Notfallmedizin

Claudia Puppe-Moos

Sekretariat Ärztlicher Direktor

Telefon
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